Bergwahn

Geschichten aus dem Schwarzwald

Leucate Oktober 09

leucate_20091006_189Nochmal das warme Wetter aufsaugen, entspannen, Kiten und Windsurfen, Baguettes und Croissants, Rotwein und Käse und sich von Tausenden von Moskitos stechen lassen. All das zog uns nach Leucate. Naja die Moskitos nicht gerade, die waren ein unliebsames Supplement. Aber dafür entschädigten ein super Appartement und  eine gute Windausbeute.

Samstag der 3. Oktober 09

Tag der deutschen Einheit. Wir fuhren lieber nach Leucate. Nachdem uns Hese die Bedingungen vom Freitag per SMS geschickt hatte, war ich ja schon total heiß auf einen Tag auf dem Wasser. Allerdings hatten wir am Freitag noch soviel zu tun, dass klar war, wir kommen nicht vor 6 Uhr los. Dementsprechend relaxt gestalteten wir unsere Fahrt, nachdem für die Schweiz erhöhtes Verkehrsaufkommen vorhergesagt war, fuhren wir eben über die französische Autobahn. Als wir von selbiger abfuhren ruckelte es ganz schön an unserem Auto. In Lapalme sahen wir einige Schirme, bei Le Goulet kamen wir aus dem Staunen nicht heraus und am Damm glitten die Windsurfer neben uns her. An unserem Appartement angekommen in Bacares sahen wir Hese wie er mit 7qm ein bisschen rumschipperte. Aber Wind hatte es an unserem Hausstrand nicht wirklich. Nachdem wir unser Appartement bezogen hatten machte sich bei mir ein gewisse Unruhe bemerkbar. Und nach mehrmaligem Hin und Her packte ich doch noch mal das grosse Zeug und fuhr zurück nach Lapalme. Die richtige Entscheidung wie ich mit jedem Meter dem ich meinem Ziel näher kam feststellen musste. Schließlich am Ziel angekommen hatte ich schon eher die Befürchtung, dass der 14er Vari-Kite deutlich zu groß sein würde. Aber Benny erzählte mir noch von der guten Depowerfähigkeit des Schirmes. Die meisten fuhren Grössen um 10qm. Ich ließ mich nicht beirren und baute das grosse Ding auf, auch wenn mich die Franzosen doch etwas verwundert anschauten. Und sie hatten Unrecht. Der Schirm passte von der Grösse und so hatte ich doch noch zwei nette Stunden auf dem Wasser.

Sonntag der 4. Oktober 09

Sonne. Und Wind. Aber wieder nicht an unserem Hausstrand. Lediglich die Rotoren der Windräder auf den gegenüberliegenden Hügeln drehten sich wie verrückt. Wir schliefen trotzdem aus und fuhren nach dem Frühstück zum Platz des Windes – nach Lapalme. Bei uns fächelte der Wind leicht aus Süd, in Lapalme war er schon deutlich stärker aus Nord. Für uns nicht stark genug.

Wir genossen trotzdem das Ambiente und wunderten uns über die Franzosen die unbeirrbar die 11er und 9er Kites aufbauten. Entweder wussten die was, was wir Touris nicht wussten oder das der Gipfel der französichen Kiteamateure. Letzteres schien sich zu bewahrheiten. Wir verliessen diese trostlosen Bemühungen  und machten einen kleinen Abstecher nach La Franqui zum Surfshop Adrenaline. Die Ausbeute waren ein paar Klamotten und ein Getränk an der Bar. Schönes Plätzchen, nette Leute, sehr relaxt.

Danach saßen wir nur noch in der Sonne…

Montag den 5.Oktober 09

Die Windvorhersage verhieß nichts gutes und wir bereiteten uns schon auf einen „Kulturtag“ vor. Ausschlafen, Einkaufen und durch die Surfshops tigern. Doch schon früh morgens trieb es mich im Pyjama mit Windmesser bewaffnet nach draußen. Die Sonne war hinter Wolken versteckt, aber dafür fächelten 12 Knoten über das Wasser. Nach einer weiteren Stunde im kuscheligen Bett war der Wind dann auf 17 Knoten angewachsen. Und auf einmal wurden wir doch etwas umtriebiger. Anstatt eines Frühstücks gingen wir aufs Wasser. Hese mit seinem großen Lorch und 8.4qm und ich mit dem 16.5qm. Und was soll ich sagen, wir waren im Rutschen und hatten unseren Spaß. Mit Andrea wechselte ich mich immer wieder ab, und gerade als sie den kleinen Kite aufbauen wollte schlief der Wind wieder langsam ein. Nachdem keine Wind angesagt war, kamen uns die 2 Stunden aber wie ein Geschenk des Himmels vor, von dem dann auch noch die Sonne auf unser verspätetes Frühstück. schien.

Dienstag den 6. Oktober 09

Ein trüber morgen, der sich in den ganzen Tag hinzog, wie ein ausgelutschter Kaugummi. Ein Tag voller „aber“ Kein Wind, aber vorhergesagt. Aus Süden. Aber erst gegen Abend. Aber er kam nicht. Und schon gar nicht aus Süden. In Leucate hatten die Surfshops zu, aber 2 Stunden später wieder auf. Aber die Vorhersage! Stimmte auch nicht mehr mit dem überein, was noch Stunden zuvor galt. Kein Wind. Die Galle war am warm werden. Mit Hese erkundete ich St. Cyprien. Und gerade als wir einige Kiter ausgemacht hatten, rief Andrea an – „hier gleiten sie!“

Schnell zurück an den Strand. Andrea völlig gelangweilt und  noch nicht starbereit. Schnell schnell aufs Wasser. Vor lauter Pumperei zerstörte ich selbige. Die Galle fing an zu kochen. Andrea kam dann doch noch auf das Wasser. Was mach ich? – Frust – Andreas Schirm fiel ins Wasser, der Wind war weg. Die Galle kochte über. Rettungsaktion von der im Wasser treibenden Andrea. Arghhh!

Abbauen! Der 14er war noch nass – also auf der Wiese liegen lassen. Und als wir alle wieder aufgeräumt am Strand kam das letzte Aber des Tages.

Aber es war Wind für den Abend angesagt. Und der kam.

Ich trat Andrea noch einmal in den Hintern und schon war sie auf dem Wasser. Und hatte Spass. Völlig alleine schoss sie über den langsam kochenden See. Meine Galle beruhigte sich, der See fing an zu kochen. Dafür schoss mein Adreanalinspiegel hoch, als ich auch noch aufs Wasser ging. In den glutroten Sonnenuntergang kiten. Alleine. Wie fett. Es gesellten sich dann doch noch 3 Windsurfer zu mir aufs Wasser, aber das sah man sowieso kaum noch was. Was eine Abendsession.

Mittwoch der 7. Oktober 09

Der Tag zog sich schon wieder. Nachdem die Vorhersage von 16 Knoten versprach, war die erste Handlung am eine neue luftpumpe zu kaufen. Gekauft und schon war ich entspannter. Jetzt konnte der Wind kommen. Was er dann aber nicht tat. Da südliche bis östliche Winde angesagt waren, schauten wir mal auf die Meeresseite – und siehe da – Wellen und 14 Knoten Wind. Nach einer halben Stunde mit dem 16er wurde dann aus Spaß aber Ernst und ich nahm den 14er, den Andrea eigentlich gerade für sich aufgebaut hatte. Danke Andrea. Mit dem hatte ich eine weitere halbe Stunde Spaß. Da der Wind etwas schwächelte, gab ich Andrea den Schirm zurück. Der Wind ging aber so stark zurück, dass sie leider keine Chance mehr hatte in den Wellen herumzuspielen. Danach nahmen wir noch ein ausgiebiges Bad in den Wellen und freuten uns auf leckere Scampis zum Abendessen.

Donnerstag den 8. Oktober 09

Regen.

Noch mehr Regen. Kein Wind, zumindest kein ernstzunehmender. Shopping in Leucate, ein neuer Trapezhaken.

Und den Rest des Tages hingen wir einfach rum und verlängerten unseren Aufenthalt bis Sonntag, bzw. Hese bis Montag, da fürs Wochenende ordentlich Tramontana angesagt war.

Freitag den 9.Oktober 09

Trami war angesagt. Es blies auch, aber eben nur nachts. Und als wir frühstückten lag der Etang wie ein Ententeich da. Nachdem die Richtung aber die richtige war, drängte ich darauf zum Etang de Lapalme  zu fahren. Hese bezeichnet ihn zwar als Stinketümpel, aber bei dieser Windrichtung ist es eher die Wiege der Windes. Und so nahm der Wind mit jedem Meter Richtung Lapalme zu. In Lapalme begrüßten uns 20Kn Wind, in Böen bis 26 Kn. Andrea fuhr mit dem 13er Wild Thing und ich mal wieder mit dem 14er Condor. Hese kam auch noch an den Stinketümpel und schoss mit dem 6.9 über das kochende Wasser. Wieder zurück am heimischen Tümpel fächelte der Wind doch wieder richtig bescheiden. Wir hatten mal wieder alles richtig gemacht.

Samstag den 10 Oktober 09

Und wieder war Wind vorhergesagt. Und wieder war an unserem Teil des Etangs keine Hauch zu spüren. Also wieder fix nach Lapalm. Dort kachelte es dann auch schon mit bis zu gemessenen 36 Knoten. Auf dem Wasser war es wahrscheinlich noch stärker… Da wir ja nur einen 10qm Wild Thing als kleinsten Schirm dabei hatten, musste Andrea leider am Ufer sitzen bleiben. Der Wind war einfach zu stark für sie. Also blies ich eine Stunde über das kochende Wasser. Damit aber Andrea doch auch zum kiten kommt, beendete ich die Session um an unseren Teich zurückzukehren. In der Zwischenzeit war aber auch Hese an den von ihm so gehassten Tümpel zu kommen. Er hatte einen besseren Einstieg am anderen Ende des Sees gefunden und fuhr noch ein paar Runden.

Am eigenen See sich in der Zwischenzeit der Tramontana auch durchgesetzt und Andrea konnte mit dem 10er raus. Leider nur eine halbe Stunde, bis der Wind auffrischte und sie so richtig überpowert war. Die nächsten 3 Stunden war ich dann wieder auf dem Wasser. Gegen Abend „schwächelte“ der Wind. Nochmals die Chance für Andrea auf eine Abendsession. Was mein Gewissen deutlich beruhigte, weil ich ja schon den ganzen Tag auf dem Wasser war.

Sonntag den 11. Oktober 09

Unser Abreisetag. Wir hatten ja schon um einen Tag verlängert um den Trami noch mitzunehmen. Aber wir wollten auch noch mal am letzten Tag ein paar Stunden aufs Wasser. Der Wind war wieder ähnlich stark wie tags zuvor und so blieb Andrea leider wieder nur die Rolle der Surfassistentin.

In jedem Fall hatten wir wieder einen windreichen Urlaub und haben aus diesem Grund schon wieder für nächstes Jahr ein Appartement gebucht.

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1 Kommentar

  1. Patty 14. Oktober 2009

    Oh mann, jetzt habe ich auch wieder richtig Lust zum Kiten … aber ich kann erst übernächste Woche wieder 🙂

    (Es ist ja sooo süß, wie die Kleinen in dem Stockbett herumtollen.)

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