Bergwahn

Geschichten aus dem Schwarzwald

Kritische Masse

Die kritische Masse beschreibt in der Wissenschaft einen Punkt, an dem eine Menge oder Anzahl groß genug ist, um einen Prozess dauerhaft in Gang zu setzen – oder am Laufen zu halten. Ich rede heute allerdings eher von der negativen kritischen Masse: jener, die einen Prozess zum Erliegen bringen kann. Ähnlich wie bei chemischen Reaktionen, ist auch auf der Piste eine gewisse Menge an Teilchen gut für die Energie. Wird der Raum jedoch zu eng, gibt es keine Bewegung mehr, sondern nur noch Kollisionen.

Vor allem in den Jahren vor Corona hatten wir Tage, an denen sich die Autoschlangen vor dem Parkhaus bis zur Seesteige stauten. Die Liftschlangen waren so voll, dass man ernsthaft darüber nachdenken konnte, einfach hochzulaufen. Und trotzdem ließ es sich auf den Pisten meist noch ganz gut fahren.

Inzwischen sind eigentlich gar nicht mehr so viele Menschen auf dem Berg. Trotzdem fühlt es sich auf den Pisten deutlich voller – und unangenehmer – an.

Zum einen liegt das sicherlich daran, dass längst nicht mehr die gesamte Fläche als Piste gewalzt wird. Ob aus Schneemangel oder aus Kostengründen: Pistenbully-Stunden und Pistenbreiten werden reduziert, der nutzbare Raum schrumpft.

Auf der anderen Seite hat sich die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit deutlich verringert. Auch hier kann ich nur mutmaßen, aber mein Eindruck ist ein verändertes Wintersportverhalten. Die Sportler, die viel Zeit in ihr Hobby investieren und über ein gewisses alpines Know-how verfügen, sind immer seltener am Feldberg anzutreffen – vermutlich weichen viele von ihnen auf Gebiete in den Alpen aus.

Dafür sind mehr Tagestouristen auf dem Berg. Menschen, die Wintersport eher als Event begreifen: einmal machen, vielleicht ein paar Tage, und dann ist wieder gut. Kurz ein YouTube-Video geschaut, Material geliehen und ausprobiert. Anscheinend sind auch die Zeiten vorbei, in denen man noch eine ganze Woche Ski- oder Snowboardkurs gemacht hat. Vielen reicht scheinbar ein halber Tag, bevor sie sich – im wahrsten Sinne des Wortes – den Hang hinunterstürzen. Ohne Kenntnis der FIS Regeln, aber auch ohne Orientierung am Berg kommt einfach ein gewisses Chaos auf die Piste.

In jedem Fall wurde auch heute unsere Bewegungsfreiheit zunehmend eingeschränkt. Bevor es zu größeren Kollisionen kam, zogen wir uns daher lieber mit Mannheimer Begleitung (Grüße@BlueMotionDudes) auf die besonnte Südhangterrasse zurück.

Zum Abschluss unterschritten wir dann noch unsere ganz persönliche kritische Masse: die der Batterie. Das Auto sprang nicht mehr an, und wir mussten zum ersten Mal oben am Berg Starthilfe in Anspruch nehmen.
Ich schreibe jetzt auch nicht weiter – ich kaufe erst einmal eine neue Batterie.

Aufstieg im Nebel
Here comes the Sun
Rubrik Daily Lieblingsabfellbaum
Viel Nebel ist weniger schlimm, als viel los
Kritische Masse (Energie in Form von Wärme) erreicht – der Nebel löst sich auf
Geringe Dichte – hohe Geschwindigkeit
Nebel im Tal
Die Dichte nimmt zu – die Gefahr von Kollisionen steigt
Kritische Masse auf der Liftspur unterschritten
Kritische Masse unterschritten – mehr Strom muss her

#Bergwahn #Feldberg #Feldbergbahnen #Arcteryx #Hochschwarzwald #Schwarzwald #BlackForest #schwarzwaldliebe #Splitboarden #earnyourturn #weonlyskiuphill #splitboardtour #plumsplitboard #Jonessnowboards #salomonsnowboards #suedhangfeldberg #lieblingsabfellbaum #kritischemasse

Weiter Beitrag

© 2026 Bergwahn

Thema von Anders Norén