Bergwahn

die Bergsüchtigen im Schwarzwald

ISPO 2009 Alle Jahre wieder…

Der alte Winter ist noch nicht vorbei, da trifft sich die Sportindustrie um zu zeigen, was für Leckerbissen sie für den kommenden Winter bereit hält. Das ganze natürlich,  um ja nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, der Markt würde stagnieren. Dabei werden uns immer wieder Neuigkeiten vorgeführt, die wir unbedingt haben müssen, weil unser altes Material anscheinend nicht mehr zu gebrauchen ist. ispo20090202_050So kommt es, dass dabei immer wieder Entwicklungen auftauchen, bei denen man den Gebrauchswert erst auf den zweiten Blick, manchmal aber auch gar nicht erkennt. Aber ich will jetzt gar nicht so sehr über die Exoten der Branche herziehen, die mit abstrusen Formen oder wildesten Materialien aus der Weltraumforschung oder sonstwoher versuchen den Konsumenten zu beeindrucken. Oder die gar ein paar Stripperinnen engagieren, damit überhaupt einer auf ihren Stand schaut. Naja der Spruch „Sex sells“ zieht wahrscheinlich immer noch. Protest ging sogar soweit, dass sie pro Tag 4 Heliflüge verlosten, bzw. als Gutschein in die Menge schmissen. Ich glaube noch nie haben sich die Leute so um ein Protest-Produkt gerissen, wie um die Heli-Gutscheine.

Eine Entwicklung die sich bei fast allen Boardfirmen zeigt ist der „Rocker“. Es geht dabei nicht um dicken Lederbehang mit Motorraduntersatz. Es geht darum, dass die Boards keine Vorspannung mehr haben, sondern „durchgebogen“ sind – eben Rocker haben. Bei LIB-Tech ist der Shape auch noch asymetrisch und dadurch bekommt das Ganze ein bisschen einen Bananentouch. Viele Firmen haben in der Produktion den Umweltggedanken für sich erkannt und fertigen wie zum Beispiel Salomon einige Produkte unter verringertem Einsatz von Plastik, bzw. vermehrtem Einsatz von recyclten oder schnell wachsenden Rohstoffen. LTB hat ein Board komplett aus Holz gebaut. Lediglich die Kanten und Inserts sind aus Stahl, aber die Oberseite und auch die Laufläche ist aus Holz. Das Board kannn ganz normal gewachst und gefahren werden.

Der Crash von Dieter Althaus hat den Helmfabrikanten einen unerwartetes Umsatzplus gebracht. Mir schien es, als ob das Thema Safety auch auf der ISPO einen grösseren Stellenwert bekommen hat, was aber nicht nur mit dem Unfall zusammenhängt. Interessant fand ich dabei einen Kunststoff der bei langsamen Bewegungen enorm formbar ist, bei Druck von aussen aber richtig hart wird. Dieses Material von d30 findet in einigen Protektoren, aber auch in Unterwäsche oder in Mützen Verwendung.

ispo20090203_105Ride liefert ein neus Konzept zum schnelleren und einfacheren Einstieg in die Bindung. Bei der Ride Contraband gibt es kein Frontbuckle mehr – oder zu deutsch, die Zehenschnalle geht direkt in die Ristschnalle über und muss dadurch nicht mehr zugeratscht werden. Allerdings wird sie meiner Meinung nach auch nicht soviel Druck über die  Zehen auf die Kante ausüben.

ispo20090202_018Bei den Klamotten ist alles kräftig eingefärbt, mein Favorit eine blaue 3lagige Jacke von Bonfire mit dem Namen Mt.Hood. Natürlich gibt es aber auch Prints in allen Farben und Formen. Bei Burton nicht nur für die Outershell (Jacke/Hose), sondern auch noch passend beim FirstLayer (Unterhose/Unterhemd). Aber Farbe gibts nicht nur bei den Klamotten, ein weiterer Trend, farbige Boots (lila, rot, grün) und die passenden Bindungen dazu. ispo20090202_019Burton baute den Stand unter dem Thema „The Stash“, Volcom hatte wieder eine Miniramp, Ride präsentierte die Produkte in einer Geisterbahn, Forum in Schaustellerwägen. Was ein Rummel! Burton hat noch nichts von der Rezession gehört und präsentiert eine Edel-Version des Vapors für 1500€ Oder waren es 1600€? Egal das sind doch Peanuts.

Und dann gibts natürlich auch wieder Gerüchte…

dass eine Firma mit „B“ im Namen anderen Firmen mit „B“ im Namen deren Verwendung des „B“s als Logo verbietet.  Interessanter Weise hat die ursprüngliche „B“ Firma eigentlich gar nichts mit den Boardern zu tun, sondern nur deren Ableger…

oder, wo denn andere Firmen blieben, die letztes Jahr noch grosse Stände hatten. Anscheinend muss eine Firma ein anderes Label verkaufen, das letztes Jahr erst ins Boardgeschäft gepusht wurde.

ispo20090202_023Unsere lukulischen Höhepunkte waren das Weisswurstfrühstück (war klar in München oder!?), die Krusten- Jäger und Zwiebelrost- Braten im Augustiner-Keller, der Parmesan bei Smith, die Sandwiches bei O’Neill und Bonfire, Tobis Wurst und Käse und Cordon Bleu auf der Heimfahrt und nicht zu vergessen der Becherovka bei LTB.

ispo20090202_078Unsere Abendgestaltung begann im Olympia-Park.  Rip-Curl organisierte eine Geländer-Rutscherei – ich rutschte davor schon durch den halben Olympia-Park. Bei Rip-Curl beabsichtigt, bei mir nicht.  Nach der oben schon erwähnten urtümlich-bayrischen Kost zogen wir mit Martin und Hannes zu den ISPO-Partys. In der Moffathalle bei SkullCandy war uns das Klientel eindeutig zu jung, in der „Registratur“ bei der Ride-Party hatten wir dann richtig Spass bei leckerem Hellen und feinen Beats. Unser Glücksgefühl wurde auf dem Heimweg aber jäh gebremst, als wir feststellen mussten, dass die U-Bahn bestreikt wurde. Naja zum Glük gabs noch ein Taxi, dessen Fahrer aber proportional zur Fahrstrecke immer wortkarger wurde.

So jetzt bin ich schon wieder ganz wuschig und freu mich auf die Sachen die ich nächstes Jahr unbedingt brauche, weil mein altes Zeug ja wirklich nicht mehr zu gebrauchen ist!

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